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Im Dezember wurde die Yacht dann abgeriggt, gereinigt und in die Halle geschoben - eine Menge Arbeit wartete auf uns, wollten wir doch den Winter dazu nutzen, die zwar per se hochseetaugliche Yacht noch zu ergänzen und für lange ( große) Fahrt fit zu machen. |
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Und wieder ging nichts - die über lange Wochen eisigen Temperaturen ließen bestenfalls Finger und Wasser erstarren und so konnte die Zeit nur genutzt werden, alle notwendigen Materialien heranzuschaffen. Zumindest dies gelang zeitgerecht, bestens unterstützt vom Hause von Bargen und seinen Helfershelfern, allen voran Alfred Radvan, der mit dem vornamensgleichen "Ekel" aus der früheren Fernsehserie so gar nichts gemein hat, ein hochkompetenter und verantwortungsbewusster, einfach netter Kerl ist, vor Ort in seinem Selbstverständnis die Stelle des Skippers vertrat und dabei auch viele Arbeiten als ehemaliger Schiffsingenieur auf großer Fahrt im technischen Bereich ausführte. |
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| So erhielt durch ihn die Maschine (110 PS VolvoPenta) die ihr zustehende Pflege; das Ruder eine neue Dichtungspackung und gleich wurden auch noch Diesel- und Wasserfilter an eine besser zugängliche Stelle verlegt. Alfred sorgte auch dafür, dass durch stoßweise Beheizung bei größeren Außentemperatur-schwankungen keine Feuchtigkeit und kein Schimmel im Inneren entstand - kurz und gut, er erwies sich als die gute Seele der ganzen Aktion! | |||||||||||||||||||||||
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Mit Ralph von Bargen standen wir ebenfalls in laufendem Kontakt - Emails und Handies liefen heiß und in klassisch norddeutscher Manier hielt er sein Wort, das er "lässig" mir gegenüber gab, als er beim Kauf der Yacht - schließlich sind wir über ihn bzw. sein Unternehmen seinerzeit fündig geworden - gab, als ich ihn in Hindeloopen(NL) auf unsere Vorhaben und Ziele aufmerksam machte: " Das geht bei mir; da helfe ich Ihnen gerne; ich hab da auch `nen Winterlagerplatz mit der Möglichkeit, zu arbeiten und wenn Sie was wollen oder brauchen, sprechen Sie mich an!" Elektriker, Radar, Fallen, Handwerker usw. vermittelte und besorgte er, das eine oder andere Teil stammt aus seinem Fundus! | ||||||||||||||||||||||
| Aber
wie gesagt: erst einmal lief gar nichts - außer vielleicht die Nasen
oder die Geduld davon, denn so eine segellose Zeit ist, wie jeder Betroffene
unschwer nachfühlen kann, schrecklich! Da stapeln sich so langsam aber sicher die Materialien, man hat alles plastisch vor Augen, sieht bei jedem "Trumm" selbiges schon an seinem Platz und in Funktion und, und, und .. nichts als Pause und jeden Tag die Erkenntnis, dass immer mehr Eisbildung, wenn's denn so weitergeht, auch noch den plangerechten Start auf und in die Ostsee verzögern wird. Noch gut habe ich in Erinnerung, wie in den 90-ern man lesen konnte, dass Weiland die Gorch Fock in Kiel selbst Ende April nicht auslaufen konnte und anschließend auch noch Eisbrecher spielen musste! |
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| Doch ganz so schlimm sollte es nicht kommen - Alfred war mit den Arbeiten an der Maschine im wesentlichen um die Weihnachtszeit herum fertig, nervte ( "ganz im Sinne des Skippers") alle Beteiligten vor Ort, wann es denn nun weiterginge und wann denn nun wer komme; der Skipper arbeitete derweil im Office und fertigte in der Freizeit die Törnplanung 2003, als es relativ abrupt mit dem Winter zu Ende ging. | |||||||||||||||||||||||
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Am Faschingswochende 2003 wurde das Auto vollgeladen mit allem, was sich mittlerweilen im Binnenlande für die neue Saison und das Refit an Ausrüstungsgegenständen so angesammelt hat, die "Beste aller Ehefrauen" wurde eingepackt, vorher ein Zimmer bei "Eugen Block" in Hamburg bestellt und ab ging die Post!
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Wir kamen
einerseits gut voran - alles fuhr nach Süden zum Skiing; andereseits
duschte es bis nach Hannover aus Kübeln! Fängt ja gut an!!!
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So kamen
wir einigermaßen pünktlich am Ortseingang von Freiburg an;
dort erwartete uns Ralph von Bargen Ausladen!! Die "Beste aller Ehefrauen" blieb wohlweislich beim bzw. ganz schnell im Auto (da war's wohl doch ein bischen wärmer) und ließ uns "schuften"! Typische Segler - Emanze! Oder ganz Lady!? Naja -
steht ihr auch zu - ohne "Wenn" und "Aber"! |
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| Und der Skip? Den traf der Schlag! `Ne richtige Baustelle - mit allem Drum und Dran! Eigentlich wusste ich das ja - aber ein bischen anders hatte ich mir das schon optisch vorgestellt! Denn jeder hat ja so sein eigenes Arbeitssystem - und das war nun mal gar nicht das meine! | |||||||||||||||||||||||
| Auf den zweiten Blick allerdings erkannte ich allerdings sofort "System" hinter dem ganzen Chaos und schnell reduzierte sich mein inneres Erstaunen auf die Tatsache, wie traurig so ein Schiff doch aufgepallt, abgeriggt und -logischerweise - unfertig aussieht. | |||||||||||||||||||||||
| Es ist einfach nicht in seinem Element - ob uns die Fische beim Schwimmen oder Tauchen wohl ähnlich empfinden? | |||||||||||||||||||||||
| Langer Rede kurzer Sinn - es hatte natürlich alles seine Ordnung und nach gut einer Stunde war vor Ort alles ausgeladen und besprochen, was dort zu besprechen war. Es war Kaffeezeit, um in wärmerer Umgebung die Arbeitslisten noch mal durchzugehen usw. . | |||||||||||||||||||||||
| Das war ein Entschluß! | |||||||||||||||||||||||
| Man finde mal an einem Samstag Anfang März um ca. 1500Uhr da oben im "Alten Land" `ne offene Kneipe oder so was! Sollte ja eigentlich kein Problem sein - denkste!! |
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| JETZT ABER!! Tatsächlich und warum nicht gleich - Nr. 4 ist einrichtiges Hotel und hat sogar offen - gerettet!! Kaffee, Kuchen, Tee und Wasser - alles da! Sogar `n Aschenbecher! Gute Voraussetzungen, um in Ruhe " zu schnacken" und die Listen durchzugehen. ALSO: | |||||||||||||||||||||||
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| Alle Kleinigkeiten aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Relaxis bekam noch`nen Blister (Segelwerkstatt Stade) und eine Vorsegelpersenning spendiert und zudem "Gesellschaft" in Form eines Schlauchbootes (Zodiak 340 FR) nebst 15PS-Außenborder! | |||||||||||||||||||||||
| Gegen 1700Uhr war alles im Detail geregelt - die Termine standen, die "Klarheiten" endgütlig beseitigt und wir machten uns nach herzlicher Verabschiedung auf den Weg nach Hamburg. Natürlich über die Fähre Glückstadt, denn ein bischen "Bootfahren" musste nun sein! | |||||||||||||||||||||||
| Ganz
eigenartige Spätnachmittagstimmung auf der Elbe an ihrer nicht gerade
schmalsten Stelle - eigentlich schien die Sonne, aber der aufkommende Abend
und der sich bildende Nebel waren, unterstützt jetzt auch von einigen
Wolken, stärker und so war - in diesigem graulila, leicht lichthinterflutet
- bei ganz ruhigem Wasser (zudem war gerade Niedrigwasser) eine ganz entspannte
Atmosphäre spürbar! Ab und zu tauchten aus dem Dunst die Silhouetten
eines großen Pottes auf - ohne Radar keine Chance, die Dinger beim
segeln und solchen Lichtverhältnissen rechtzeitig zu sehen! |
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| Am nächsten Morgen, nachdem wir im Elysee wie immer gut gewohnt, gegessen und getrunken, tief schürfende Gespräche geführt und ausreichend "Leute geschaut" hatten, musste es natürlich - wie immer - als erstes der Hamburger Hafen sein! |
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| Ein
Besuch in Hamburg, ohne in den Hafen zu gehen (Fischbrötchen obligatorisch), ist bei mir einfach nicht denkbar - die "Beste aller Ehefrauen" beugte sich "resignierend kopfschüttelnd ihrem Schicksal" (obwohl - auch bei ihr war das Fischbrötchen "ratzfatz" weg!) und wir genossen, wenn auch bei eisigem Wind, wieder mal für einige Minuten die Eindrücke der Landungsbrücken, ein bischen Fernwehgefühl, die Stimmung, das ganze Drumherum! |
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| Danach gings - wie könnte es ebenfalls anders sein - in die Innenstadt zu einem Bummel ins Hanseviertel und all die anderen neuen Passagen. War Hamburg für mich schon immer lebenswert, so wird die Stadt langsam immer schöner. Das beginnt schon in der Speicherstadt und den dortigen großen Umbau- und Revitalisierungsarbeiten und -vorhaben und hört eben in den neu gestalteten Passagen an der bzw. rund um die Alster auf! |
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| Mit einer Rundfahrt durchs Marschland, vorbei an unserem " alten" Haus, wo wir in der Nähe von Winsen/Luhe fast 10 Jahre verbrachten, beendeten wir unsere Tour - auf leerer Autobahn und mit leerem Auto gings zurück ins Binnenland - seitdem zähle ich die Tage bis zum Palmsonntag. Denn dann ist Relaxis, zusatzgerüstet für lange Fahrt, wieder in ihrem Element und an Ostern werden wir ab Cuxhafen auf "Nordkurs" gehen. Über den NOK, dann Laboe, Maasholm, Kolting, Aarhus, die Inseln Anholt und Laesö werden wir auf unserem Törn nach Göteborg anlaufen - mit Berichten und Bildern könnt ihr uns begleiten! | |||||||||||||||||||||||