Standemastroute

Wir haben uns im Oktober 2002 anläßlich der Überführung der "Relaxis" von Hindeloopen(NL) nach Wischhafen/Freiburg(D) wegen der instabilen Wetterlage für diese Route entschieden - die Wetterentwicklung während des Törns gab uns recht - von eisiger Kälte mit "Nullwind" bis hin zu satten 30kn im Lauwersmeer bzw. fast 35kn später auf der Nordsee nördlich von Juist am German Bight war alles (außer Schneefall - aber davon waren wir teilweise auch nicht mehr weit weg) geboten.

Zwar ist der bei den "Törnpoints" beschriebene Weg viel weiter als die "Diretissima bei normaler Windlage"(nämlich über Kornwestersand, Terschelling und Borkum nach Helgoland und von dort in die Elbmündung) - aber was soll man machen, wenn es, statt normalerweise von W bzw. NW oder SW ausschließlich aus dem östlichen Quadranten hackt - so sind wir wenigstens vorwärts gekommen und mussten erst in Borkum, wo wir nach einigen erfolglosen Versuchen, nach Norderney aufzukreuzen, nach insgesamt vier Segel-(und Fahr-)Tagen gegen 22ooUhr einliefen, die "Segel streichen". Insgesamt vier Wochen lag die Yacht dort, teilweise bei 12 Windstärken - sicher und gut aufgehoben in der Burkana-Marina, dem ehemaligen Marinehafen, wo sich auch "Hafenmeister und Co" immer wieder ebenso wie im Falle von drei anderen eingewehten Yachten um das/die Schiff(e) kümmerten.

Hierfür auch an dieser Stelle unseren herzlichen Dank - es ist in der heutigen Zeit nicht unbedingt selbstverständlich, so etwas zu erfahren und Schiff samt Inhalt und übergebenem Schlüssel unversehrt nach solchen Wetterlagen wieder übernehmen zu können!!

Unter Maschine - da wir keine Zeit mehr hatten ( "Job lässt grüßen") - holte dann ein guter Freund und Fahrensmann von "Winterherbergsvater" Ralph von Bargen, Alfred Radvan, die Yacht über Langeoog (Zwischenstop wegen Wetter und Diesel) rd. vier Wochen später dann nach Cuxhafen bzw. Wischhafen/Freiburg an die Elbe. Auch hierfür beiden unseren besten Seemannsdank!

Dementsprechend wollen wir uns nunmehr auf die reine Standemastroute von Hindeloopen als unserem Ausgangshafen bis nach Borkum konzentrieren und festhalten, was (vielleicht) von Interesse sein könnte:

 
Allgemeines
Ganz wesentlich ist, dass die in den Karten und Büchern angegebenen Öffnungszeiten von Brücken und Schleusen immer nur für die Saison, also für die Zeit vom 01.04. bis 30.09. gelten, Was jedoch leider in den "Schmökern nicht zu finden war, ist die Tatsche, dass in den Jahreszeiten davor bzw. danach in der Regel um 17ooUhr bzw. um 18ooUhr Schluß ist. Dies fiel uns zunächst nicht auf - in Groningen jedoch, wo wir unserem eigentlichen Zeitplan entsprechend am Samstag, den 05.10.2002 um etwas nach 16oo Uhr ankamen, bedeutete dies: WARTEN MITTEN IN DER WALACHEI BIS MONTAG MORGEN UM 9oo Uhr!!!

Naja - war letztlich auch nicht ganz schlecht; Kleinarbeiten am Schiff vertrieben uns den (allerdings wieder mal regnerischen) Sonntag und danach war die Relaxis zudem um vieles leichter, da der bis dahin noch brav gehortete und gepflegte Alkoholvorrat bis zur Weiterfahrt über unsere jeweils personeneigene biologische Entsorgungsanlage den Weg ins Wassser gefunden hatte !!!
ÜBRIGENS : das Mitführen einer ( unbedingt zugelassenen) Funkanlage ist in jedem Fall zu empfehlen - an den meisten Brücken und Schleusen hilft die Kommunikation enorm und insbesondere - in Fahrtrichtung West - Ost gesehen - ab dem Lauwersmeer, wo man von sog. "Post(en)" ferngesteuert wird, geht's ohne Funk nicht.
Man sollte zudem bei seiner Planung darauf achten, dass in größeren Städten und insbesondere dann, wenn es sich um Hauptverkehrs-Straßen für Kraftfahrzeuge handelt, meist in der Zeit von 16ooUhr oder 17ooUhr bis jeweils 18ooUhr (teilweise 19ooUhr) zur Sicherstellung des Verkehrsflusses keine Öffnungen stattfinden - hier ist Zeit für "Jausen" oder "Abendbrot", wenn man danach noch ein Stück weiter will.
Gleiches gilt für die Mittagszeit; die meisten Brücken (und Schleusen) sind von 12ooUhr bis 13ooUhr außer Betrieb. Praktisch alle Brücken sind gebührenpflichtig - jedoch nicht an jeder Brücke muß bezahlt werden. Insbesondere in den Städten wird an jeweils einer Brücke " für alle" abkassiert, was sich mit Beträgen von derzeit zwischen 2,-- und 3,--€ in Grenzen hält. Die meisten Schleusen sind kostenlos. In jedem Fall waren an den "Zahlstellen des modernen Raubrittertums" entsprechende Schilder angebracht, so dass man nicht überrascht wurde - da die "Holzschuhmethode" bisher alle Technologisierung überlebt hat, ist auch umständliches festmachen oder gar aussteigen notwendig. Man sollte jedoch in jedem Fall genügend Münzen vor Antritt einer Kanalfahrt generell in Holland dabei haben, da "Wechselgeld = Fehlanzeige" ist.

 
Hindeloopen (NL)
Siehe unsere Hinweise beim Ijsselsmeertörn; sehr positiv anzumerken ist, dass uns anstandslos der bereits im Voraus von uns entrichtete Liegplatzobulus zurückbezahlt wurde, obwohl wir von Juli bis Ende Oktober quasi einen Dauerplatz gemietet hatten - na also; es geht doch!!
 
Lemmer (NL)
Siehe Hinweise bei Ijsselsmeertörn; wir segelten vor dem Hintergrund der langen Kanalfahrt gerne zuerst die rd. 25sm nach Lemmer und übernachteten dort. Gleichermaßen hätten wir von Hindeloopen über das unmittelbar benachbarte Workum ein ganzes Stück weiter nördlich von West nach Ost auf die Standemastroute zufahren können - allerdings war uns die Tiefgangsituation nicht ganz geheuer ( mit mehr als 160cm Tiefgang würde ich diesen Weg keinesfalls wählen). Der kleine Zeitverlust wurde durch den Segelspass mehr als wettgemacht - zudem wollten wir alle gemütlich in dem bereits beschriebenen Pizzalokal Proviant fassen, was auch hervorragend gelang.
So war es klar, dass wir über die Stadtschleuse und den Stadtkanal fuhren - ansonsten hätten wir auch gleich durch die vor der Ansteuerung Lemmer liegende Schleuse des Princess Margriet Kanals laufen können; wer also Lemmer nicht unmittelbar berühren will, sollte gleich diesen an Backbord liegenden und betonten Weg wählen.
 
Princess - Margriet - Kanal bis Leeuwarden(NL)
Alle Yachten, egal ob Segler oder Motoryachten, müssen von Lemmer aus diesen Weg (betont) nehmen. Mit 160 - 180cm Tiefgang ( mehr sollte man für die Standemastroute ohnehin nicht haben, will man nicht freiwillig die Fahrrinne ausbaggern oder am Schiet sitzen) muß man sich auch in diesem ebenfalls von der Berufsschiffahrt befahrenen Gewässer in jedem Fall auch in den auf dem Weg liegenden kleineren meeren ("meer" steht in Holland eigentlich für "See" - also "Weiher") an die Betonnung halten; ein fahren auf dem Tonnenstrich wird teilweise schon bei 160cm Tiefgang knapp. Ansonsten kann man, steht der Wind richtig, auch hier schon mit dem "Wiesensegeln", wie wir es nannten und allerdings erst später begannen, starten: Genua raus und mit jeweils einem Mann an der Back- und Steuerbordwinch aus der hand gefahren! Der dritte Mann steuert - das macht, je nach Wind mit oder ohne Maschine, richtig Spaß und bringt, wenn man "keine Kühe und Reiher mehr sehen kann", Abwechslung! Anlegen ist nur an den ausgewiesenen Stellen möglich - hiervon gibt es auch unterwegs eigentlich genug. Dies gilt auch für die Ortschaften - ankern ist auf dem Weg allerdings nur sehr bedingt bis gar nicht möglich; dies gilt insbesondere für die Fahrwasser in den sog. Meeren (z.B. Sneekermeer u.ä.) - neben den Fahrwassern wird es meist sehr schnell sehr flach; soweit man an solchen Stellen vorsichtig (Echolot oder Lot benutzen) einfahren kann, gibt es dann insbesondere in den ersten kleineren meeren einige schöne Stellen.
 
Leeuwarden(NL)
Hier beginnt das "Abzweiggewimmel"; ohne Karte hat man keine Chance, die richtige "Querstrasse zu finden, denn ab Leeuwarden müssen alle Yachten, die Höher als 3,50m sind, von der Hauptroute nach Osten, also einem weiteren Befahren des Princess-Margriet-Kanals, Abschied nehmen und - wie der Name schon sagt, der eigentlichen Standemastroute in nordwestlicher und dann nordöstlicher Richtung nach Dokkum und dann dem Lauwersmeer folgen. Den Abzweig in Leeuwarden aber nur mit blankem Auge zu finden, hätte zumindest ich nicht geschafft. Das gilt auch für viele auf der nun folgenden Route noch kommende Stellen. In so fern sollte man einen einigermaßen aktuellen "Schellatlas" schon dabei haben. Die Brückenöffnungen in Leeuwarden - sowie an den meisten vorangegangenen Brücken - waren selbst an Eisenbahnbrücken kein zeitliches Problem - nach max. 5 Minuten Wartezeit waren wir meist an der Reihe.
 
Über das Reijtersdiep und Dokkum zum Louwersmeer
Ab Leeuwarden wird es richtig ländlich, so weit das nicht schon vorher der Fall war. Die Berufsschiffahrt hat bis auf wirklich ganz wenige Ausnahmen Adjeu gesagt, Ortschaften wie noch weiter südlich öfter anzutreffen, werden Mangelware, aber das Naturerlebnis und auch der Anblick von bei uns eher seltenem Getier steigt! Diesel sollte genug gebunkert sein, da nun auf doch weiterer Strecke keine Tankstellen zu finden sind, die es sonst - Kompliment an die Niederlande - in Hülle und Fülle gibt.
In Dokkum lässt sich's gut übernachten - ein beschauliches und, wie in Holland meist gegeben, äußerst gepflegtes "Ministädtchen" mit schönen Stadtkaimauern und Pollern lädt in windgeschütztem und äußerst ruhigem Wasser zu gepflegter Nachtruhe ein. Auch ist - bei einer West-Ost-Befahrung der Standemastroute - Dokkum so ein Abschnitt, den man bequem an einem Tag aus von Lemmer erreichen kann, so dass wir an diesem ersten Fahrtag insgesamt rd.9 Stunden unterwegs waren.Pünktlich um 9ooUhr standen wir am nächsten Morgen vor der Brücke und weiter ging die Fahrt - noch hegten wir Hoffnung, dass sich der Wind draußen auf der Nordsee einwenig von seiner charmanten Seite zeigen würde und wir die Chance, über Louwersdiep, die Seeschleuse benutzend, und über Schiermoningkog außen herum und endlich wieder segelnd - denn, so schön es war, wir sind SEGLER und keine MOTORER - nach Borkum laufen könnten. Dies wurde jedoch schon im Ansatz am Eingang zum Louwersmeer abgehakt - satte 28kn Wind, in Boen 30kn begrüßten uns und so war der weitere Weg vorgezeichnet. Wir folgten "wiesensegelnd" (siehe weiter oben) dem Reijtersdiep und wurden jetzt von einer sog. "Post" via Funk übernommen. Vor jeder Brücke oder Schleuse ein kurzer (standesgemäßer) Spruch und wir waren durch - Klasse!!! So ging es bis kurz vor Groningen - und hier ereilte uns dann das Eingangs erwähnte Schicksal - nichts ging mehr und wir mussten rd. 30km Luftlinie vor der offenen See von Samstagabend bis Montagmorgen an einem - zugegebenermaßen komfortablen - Steg warten. Einzige Alternative: Rigg legen - das wollten wir nun auch nicht!

VORSICHT:
Auf der gesamten Strecke ab Leeuwarden, in West/Ost-Richtung gesehen, sollte man sich mit tiefergehenden Yachten immer mehr in der Fahrwassermitte bzw. Backbord halten, da das, so gesehen, rechte Ufer meist sehr flach ist. Oftmals ragen Fischerfähnchen ins Fahrwasser, die man angesichts der geringen Wassertiefe der gesamten
Strecke unbedingt umfahren sollte!

 

Von Groningen(NL)nach Delfzijl(NL)
Einmal quer durch Groningen ist ein Erlebnis! Hausboote unterschiedlichster Art rechts und links, Abzweigegewirr (Karte!) und mitradelnde (und trotz strömendem Regen freundliche Brückenwärter dann eine Stunde Aufenthalt (atypisch) zur Mittagszeit wegen Kraftfahrzeugverkehr und weiter gings zum Eemskanal. Ein schnurgerades Gewässer(Achtung - nicht zu weit an den Rand fahren, da Kanäle unter Wasser eine Böschung haben), wenig Brücken und schon waren wir in Delfzijl - um 14ooUhr wurden die Schiffe langsam größer und in einem letzten (leider vom Skipper verpatzten)Schleusenmanöver verabschiedeten wir uns von der niederländischen Standemastroute hinaus in die Ems. Nach noch eisiger Kälte im Kanal empfingen uns hier moderate Winde, Sonne mit deutlich wärmeren Temperaturen und glatte See. Ideal - Segel raus und da wir mit der Strömung bei rd. 8-11kn Wind liefen, brachten wir rd. 10kn Fahrt über Grund aufs GPS, so dass wir bereits eine Stunde später querab von Borkum standen.
 
Borkum (D)
Die Ansteuerung von Borkum ist nicht ohne. Von der Binnenseite kommend, läuft man auf die "Fischerbalje" zu - das ist ein ca. 10m hohes roter Turm, befeuert, vor dem man, diesen in Nord liegen lassend, in ziemlichem rechten Winkel nach Ost abbiegt. Genauer Ausguck ist hier angesagt, da die Fischerbalje selbst bereits in auch bei Flut flachem Wasser steht und die sich nun in östliche Richtung ziehende Fahrrinne zum Yachthafen zwar betonnt, aber nicht sehr breit ist. Da die Tonnen (rot und grün) unbefeuert sind, muß man bei Nacht auf ein ca. 1sm entferntes grünes Licht zulaufen . Dieses Feuer steht aber am Tonnenstrich, so dass etwas nördlicher Abstand von den grünen Tonnen angesagt ist. Vom grünen Feuer geht es dann in nordöstliche Richtung noch einige hundert Meter zur Einfahrt in den ehemaligen Marinehafen, den Burkana - Yachthafen. Das Hafenmeisterbüro liegt, läuft man in den Hafen ein, vor dem Bug "auf ca. 2 Uhr" - dort melden. Hier kann man zu jeder Jahreszeit frische Brötchen bestellen und ein kleiner Kiosk wird betrieben.
Durch die ehemaligen Marinegebäude bestehen sehr geräumige und saubere Duschanlagen (werden mit Münzen betrieben); vom Hafenbüro ist man in 5 Gehminuten im Fährhafen - von dort aus bestehen regelmäßige und tidenunabhängige Verbindungen zum Festland - auch fährt von dort ein Inselbähnchen in den eigentlichen Ortskern, so dass die "Seebeine geschont werden". Strom und Wasser an den großen Marinestegen kann man nicht selbst bedienen, sondern muß sich hier vom Hafenmeister helfen lassen. Noch sind nicht alle Seitenwände der Kais " geschlossen", so dass ein Fenderbrett o.ä. hilfreich ist ( Stand Okt./Nov.2002). Ansonsten liegt man hier sicher wie in Abrahams Schoß und erlebst, insbesondere zur "Unsaison" eine ruhige und entspanndende Atmosphäre. Will man von Borkum weiter nach Osten, so sollte man, wenn man sich nicht auskennt, das Wattfahrwaser meiden, so schön es sein kann. Besser ist man dann bedient, wenn man, aus dem Yachthafen wieder auslaufend und um die Fischerbalje - diesmal dann in nördliche Richtung abbiegend - herum ( unbedingt herumfahren und an Steuerbord liegen lassen, da Flachwasser und Unter -wasserbauwerke den Rumpf stärkstens bedrohen!!) ins Hauptfahrwasser der Ems läuft, diesem weit genug, um das Borkumriff querab und dann südlich liegen zu lassen, folgt und sich dann in östliche bzw. nordöstliche Richtung - je nach Windlage - begibt. Nächste Stationen wären dann, ebenfalls tidenunabhängig und nicht trockenfallend, entweder Helgoland ( ca. 70sm) bzw. Norderney (ca.25sm). In beiden Fällen muß jedoch in so weit auf die Gezeiten geachtet werden, als dass die Strömungsverhältnisse die Reisegeschwindigkeit enorm beeinflussen können. Ebenfalls können natürlich je nach Lage Wind und Wasser, wenn sie aufeinander treffen, für relativ chaotische See sorgen. Wir selbst haben bei unserem Versuch, "gegen an" nach Norderney zu kommen durch eine sich mit östlichen Winden sehr schnell festsetzende Windwalze nach einigen langen Kreuzschlägen bei rd. 33kn Wind wieder aufgegeben - im Nu hatte sich eine ca. 3 1/2m hohe und relativ steile See aufgebaut, die die noch restlichen ca. 10sm Luftlinie zur endlosen Kreuz - und das bei Nacht und ohne Radar - gemacht hätten, so dass wir wieder nach Burkana - Hafen zurück segelten und dort besseres Wetter abwarteten.
 
Hier abschließend zu diesem Törn noch einige Zahlenangaben und Fakten:

 

 

 

Entfernungen:

> Lemmer - Sneekermeer rd. 11 sm
> Snekermeer - Princenhof rd. 15 sm
> Princenhof - Leeuwarden rd. 08 sm
> Leeuwarden - Dokkum rd.14 sm
> Dokkum - Louwersmeer rd. 15sm
> Louwersmeer - Groningen rd.16 sm
> Groningen - Delfzijl rd.15sm
> Delfzijl - Borkum rd.25 sm

 


Rechnen Sie mit insgesamt rd. 50 - 60 Brücken und ca. 5 Schleusen, wenn Sie die Fahrzeit planen - dass wir ( ohne unseren Zwangspausentag mit einzubeziehen ) an insgesamt gut 3 ½ Tagen durchkamen, zeigt, dass die Organisation ganz gut funktioniert. In der Hauptsaison kann das nach unseren Erfahrungen auch länger dauern.


Die Geschwindigkeiten (i. d. R. Fahrt durchs Wasser) sind unterschiedlich pro Abschnitt, beträgt nicht über 12 km/h - also rd. 6 kn pro Stunde und liegt, je nach "Strassenlage" meist zwischen 6 und 11 kn. Empfehlenswert ist es, sich daran zu halten, um weder mit den Nachbarn noch der Wasserschutzpolizei Probleme zu bekommen. Für "ganz Wilde" gibt es unterwegs zwei Wasserskistrecken, die ausgeschildert sind.

Insbesondere in den Städten kann es passieren, dass Brücken und Schleusen auch während der Hauptsaison an Sonn- und Feiertagen geschlossen sind - bitte vorher erkundigen!

Zuguterletzt: achten Sie auf den Wasserstand in den Kanälen - dieser kann, u.a. auch je nach Jahreszeit bzw. in Anhängigkeit von Trockenperioden schwanken und dann "reichts gegebenenfalls nicht mehr". Die meisten angegebenen Tiefen beziehen sich auf den "Normaal Amsterdams Peil(NAP)", der in den Niederlanden der allgemeine Nullwasserstand ist. Dieser wird in Vergleich zu den Wasserständen der verschiedenen Gewässer gesetzt, die, dem Geländeunterschied entsprechend nicht alle auf gleichem Niveau liegen.


 

Beispiele:

>

Wassertiefe 32 dm - NAP = 32 dm Tiefe bei normalem Wasserstand;

 

>

Höhe (einer Brücke) 51 dm + NAP = 51 dm lichte Brückenhöhe über normalem
Wasserstand;

 

> Pegel 4dm + NAP = die Wassertiefe beträgt zwar 4 dm mehr, die lichte Höhe
einer Brücke damit aber entsprechend 4 dm weniger!!

 


Auf den neueren Karten sind oftmals Höhen- und Tiefenangaben bereits auf den jeweiligen effektiven Wasserstand umgerechnet, so dass nicht mehr umgerechnet werden muß. Allerdings kann dieser Wasserstand eben auch wechseln - dann muß trotzdem gerechnet werden.


Aus Deutschland kommend (und nach Deutschland gehend) benötigt man keine besonderen Grenzdokumente; dies gilt auch für das Schiff, so lange es nur "vorübergehend" eingeführt wird. Bootschein und internationalen Bootsschein hat man ohnehin ( dabei!). Bitte noch darauf achten, dass für Yachten, die schneller als 16 km/h fahren können ( auch wenn sie es nicht tun), eine sog. Schnellfahrtzulassung ( erhält man bei den NL-Postämtern gegen Gebühr) in jedem Fall und unabhängig von den sonstigen Bootspapieren benötigt. Dieses Permit erlaubt allerdings nicht, sich von den jeweils vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen abzukoppeln - sie gelten für alle Schiffe!


Des weiteren müssen sie unbedingt den sog. Wateralmanach ("Politregelement") an Bord haben - bei Kontrollen drohen sonst Bußgelder und da ist die holländische Wasserschutz - ebenso wie bei nicht zugelassenen Funkgeräten ( die man an der nicht registrierten Peilung bzw. bei technisch älteren Modellen an der "Nichtpeilung erkennt) - äußerst fix und rigoros!


Soweit unsere Eindrücke und Tips, die natürlich subjektiv sind, keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und natürlich keine Garantieerklärung sein können.

Insgesamt ist es wie immer wichtig, gutes Kartenmaterial dabei zu haben, da bekanntermaßen Seemannschaft wie der Bedarf nach eigner Sicherheit bereit Motiv genug sein dürften. Unabhängig von unseren Hinweisen muß jeder Skipper und jede Yacht selbstverständlich für sich selbst Sorge tragen - insoweit berufe man sich bitte nicht auf die hier veröffentlichten Hinweise und Tips. Sie stellen lediglich ergänzende Hinweise dar.