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Beim Schreiben dieser Zeilen sitze ich gemütlich bei einem heißen Kaffee im Ruderhaus der Relaxis und bin wieder einmal froh, daß ich auf "die Beste aller Ehefrauen" beim Kauf des Schiffes gehört habe, da wir so bei immerhin rd. 20kn Wind schon im Hafen, einer Galewarning fürs Kattegatt mit über 30kn, dauernden Regenschauern , kurz und gut einem richtigen Sauwetter, den Blick hinaus auf die Marina von Arhus (DK) genießen können und eben nicht im "Keller sitzen"!
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Die Vorgeschichte
im Zeitraffer:
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Von dort ging es dann per Auto wieder nach Berlin, um die letzten Arbeitstage vor Ostern durchzuziehen und am Gründonnerstag Nachmittag, nachdem alle Termine und Besprechungen durchgepresst, alle Klarheiten endgültig beseitigt und alle Mitarbeiter froh waren, dass " der Alte" nun endlich verschwindet, war's dann so weit - die "Beste aller Ehefrauen wurde samt Segeltasche und Sohn Nr.2" ( schließlich musste einer ja das Auto wieder zurückfahren) eingepackt und es ging gen Norden, einer Himmelsrichtung, die uns in den nächsten beiden Wochen letztlich permanent begleiten sollte. Um 2030Uhr nahmen wir die Relaxis an der Schleuse in Brunsbüttel wieder vollends "in Besitz", nachdem unser "Oberbauleiter und guter Winterlagergeist" Alfred Radvan die Yacht dorthin verbracht hatte. Eigentlich wollten wir ja von Cuxhafen aus starten, aber da für Cuxhafen am Karfreitag ein steifer 7er Wind gemeldet war und wir uns diesen Stress sparen wollten - schließlich war Urlaub - entschieden wir uns kurzerhand für die Verlegung des Übernahmetreffens nach Brunsbüttel. Für Alfred war das auch einfacher, hat man doch bis kurz vor Toreschluss gebaut und gebastelt und so war er auch schneller wieder zu Hause. |
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Nach einer ruhigen Nacht trotz unmittelbarer Nachbarschaft zur Schleusenausfahrt und dem damit verbundenen einen oder anderen durchdringenden Bugstrahlgeräusch der großen Pötte legten wir Karfreitag 2003 um 1000Uhr im Yachthafen Brunsbüttel Schleuse ab. "Sohn Nr.2" rauschte zurück Richtung Süden, um sich in den kommenden Tagen den letzten Schliff fürs Abi einzutrichtern und wir fuhren, nachdem wir die Dieseltanks von Relaxis noch prall gefüllt hatten, bei gut 28kn Wind den NOK entlang. Gott sei Dank war das Wetter ansonsten vom Feinsten und so ging's reibungslos bis Rendsburg. Eigentlich hätten wir auch den ganzen Kanal an diesem einen Tag schaffen können - aber unser Törnplan sah diesen Stop vor und wofür hat man als "alter BWL'er" denn nun mal einen Plan??!!
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| Außerdem
wollten wir auch hier alte Erinnerungen auffrischen, da wir hier mit unserem
letzten Schiff ( MS Nessaya) vor rd. 10 Jahren vorbeikamen - damals noch
mit unserer gesamten Jugend, die allesamt zu dieser Zeit noch zum Elternurlaub
verpflichtet waren, allerdings auch mit allen Konsequenzen für das
Elternpaar. War trotzdem immer schön und wir möchten keine Minute
davon missen!! |
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So genossen wir am Ostersamstag den Stadtbummel in Rendsburg, suchten einige Cafes heim und kamen mit Suppenkelle, einigen Löffeln, einem Dosenöffner ( den hatte ich Trottel doch tatsächlich vergessen, so dass wir am Vorabend zwar vor prall gefüllten Backskisten saßen, an den eigentlichen Inhalt jedoch nicht heran kamen!) und noch ein paar abhanden gekommenen Kleinigkeiten wieder an Bord zurück.
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Am Ostersonntag, nachdem wir brav alle, die es hören wollten oder nicht, mit ner Ostergruß - Email versorgt hatten, ging es dann Richtung Kiel-Holtenau (D) ( dort waren 37,-€ für die NOK-Benutzung fällig - endlich mal `ne einigermaßen nachvollziehbare 1:1 - Umrechnung!) und von dort nach Laboe(D). Hier stand ein Besuch des Marineehrenmals ebenso auf dem Programm wie das Warten auf den Schiffselektriker, da der neue Radarplotter irgendwie noch nicht ganz funktionierte. Der kam am Ostermontag, schloß die restlichen drei Drähte an, so dass nun auch GPS, Fluxgate und damit auch das Overlay - und Marpa-System des Gerätes funktionierten ( hätte ich auch selber machen können, wenn ich gewusst hätte, welche und wo!!) Dann waren wir wieder "im Geschäft"!
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Bei noch immer herrlichstem Wetter liefen wir am Osterdienstag Richtung Kiel - Leuchturm, von dort Richtung Damp 2000(D), vorbei an Maasholm(D) und über Sonderburg (DK) und den Augustenfjord (DK) in einem Satz durch bis Assens (DK).Damit waren wir nach rd. 65sm wieder im Zeitplan, denn am darauf folgenden Samstag sollte in Arhus (DK) Crewwechsel sein - die "Beste aller Ehefrauen" wollte ihrem Sprössling NR.2 "körperliche Nähe und damit Beistand beim schriftlichen Abi geben" ( beschränkt sich, so wie ich meinen Nachwuchs kenne, insbesondere aufs rechtzeitige Wecken jeden Morgen, damit nicht auch noch die Klausuren verschlafen werden!) und Hanno "Schokolade" - der verrückte Österreicher, der sogar mitten in der Piste stehenden Schneekanonen nicht freiwillig ausweicht!! - sollte an Bord kommen, um mit mir dann weiter nach Götegorg(S) zu segeln.
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"Moderne Marina in bester Lage neben Werft" stand in unserem Törnführer - wir wollen den "Assensern" wirklich nicht zu nahe treten, aber "ein wenig" enttäuscht waren wir schon! So hielt uns am nächsten Morgen nichts und wir machten uns schon zeitig auf den rd. 37 sm langen Weg nach Juelsminde (DK) - leider bis auf kurze Ausnahmen wieder kein Wind ( rd. 4kn) und so war, wie schon mehr oder weniger auch am Vortag, "Motorbootfahren mit Segellüften angesagt". Sowohl der mehrfache Anblick von Tümmlern ( dem selten gewordenen Schweinswal), das sonnige Wetter, aber auch die wunderschöne Marina in Juelsminde entschädigten uns optisch voll für unseren vortägigen Aufenthalt obwohl der Hafenmeister in Assens(DK) sehr nett war!). |
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Am nächsten Morgen - zwischenzeitlich gingen die ersten Meldungen über Internet und Navtex eines bevorstehendem deutlichen Wetterumschwungs ein - beschlossen wir, in einem letzten Rutsch nach Arhus zu fahren und einen Aufenthalt auf der Insel Samsö auch im Hinblick auf den Crewwechseltermin deshalb auszulassen. Der heutige Blick aus dem Ruderhaus hat uns Recht gegeben!
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Vorbei an den Inseln Tuno (dort hatten wir rd. 1,5kn nach Norden versetzende Strömung als zusätzlichen Antrieb) und Samsö, die wir beide östlich liegen ließen, "rauschten" wir mit rd. 7,8kn unter gesetzter Genua (allerdings auch mit Maschinenhilfe, da wiederum praktisch kein Wind, dafür aber "brettlebene See" mit uns waren), Richtung Arhus (rd. 35sm).
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SZENENWECHSEL - es ist Dienstag, der 29.April 2003 und wir feiern "Sweden-Party" bei "Spaghetti à la Relaxis", Tomatensalat, Rotwein, Bier und Grappa. Alles speziell zubereitet vom Spezialisten Hanno, der diesmal auf der Überfahrt von Arhus(DK) über Anholt(DK) nach Varberg (S) nicht nur als Smutje, sondern auch als Steuermann fungierte. Der Skip hingegen kümmerte sich angesichts der noch nicht ganz verheilten Rippenbrüche seines Mitseglers um Vorschiff, Segel und Navigation. Damit "entwickelt" sich der "Salzburger" offensichtlich immer mehr zum "Multifunktionsmatrosen"!
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Hierbei sind insbesondere seine Wettervorhersagen legendär - als wir auf Anholt(DK) nach einer stürmischen Nacht und eigentlich gut lautenden Wetterberichten am Montagmorgen nicht mal eine Seemeile weit schauen konnten und ich angesichts der Suppe nicht so recht wusste, ob wir Richtung Schweden auslaufen sollten, kam die nicht widerlegbare Durchsage:
Übrigens: da scheint was dran zu sein - tatsächlich riss es nach rd. 60 min. auf, es kam strahlender Sonnenschein bei moderatem dreier Wind und wir gingen raus.
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Nach dem Crewwechsel waren wir am 27.April rd. 25sm nach Ebeltöft(DK) gelaufen; 25kn Wind raumschots und eine relativ eklige achterliche Welle begleiten uns. Am Montag ging's dann über Grena(DK) direkt auf die Insel Anholt ( insgesamt knapp 50 sm) und von dort weiter nach Varberg(S) - nochmal rd. 45sm - wo wir nun "dinierten".
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Varberg(S) sollte man sich schon anschauen - sehenswert die Festung aus dem 13.Jahrhundert, das vorgelagerte ehemalige(?) Badehaus und auch in der Fußgängerzone ist's gemütlich, weil überschaubar. So waren wir dann auch einen ganzen Vormittag unterwegs, haben uns noch (zu deutlich günstigeren Konditionen als zu hause) mit schwedischen Spezialkarten für den Trip nach Göteborg(S) eingedeckt und sind dann um 1630Uhr unter Maschine (da mal wieder kein Wind) in den Kungsbackafjord nach Gottskär(S) gelaufen. |
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Ein nettes kleines Wochenendhaus-Örtchen mit einem schönen kleinen Hafen, sehr freundlichen Gastgebern ( wie in Varberg übrigens auch) und extrem niedrigen Liegegebühren! |
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Hier war dann ein Tag Erholungspause - lt. meinem Mitsegler schon aus Gründen der "Solidarität zur Matrosengewerkschaft" (es war der 1.Mai!!). Aber eigentlich eher wegen des Wetters, denn es kübelte den ganzen Tag wie aus Eimern.
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Am nächsten
Morgen brachen wir um 800 Uhr zum letzten Teilstück auf - bei freiem
Himmel und glatter See sowie wunderbaren 12kn Wind liefen wir " hoch
am selbigen" aus dem Kungsbäckafjord aus - um uns nach einer
guten Stunde in einer kaotischen 2-3m Dünung, teilweise grundseeartig,
und 25 bis 28kn Wind nach NW zu kämpfen. Drei Stunden dauerte das
Chaos bei dieser Westwindlage - dann waren wir im Innenfahrwasser der
Göteborger Schären und als ob man einen Lichtschalter umgelegt
hätte - Wind weg, 19 Grad Lufttemperatur, ruhigste See und
PAUSE! |
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| Wir
ließen "alles hängen", uns treiben und wärmten
uns erst mal auf - Mann, tat der heiße Kaffee und die heiße
Suppe gut, denn vorher war an so etwas nicht zu denken! |
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| Nach einer Stunde nahmen wir dann wieder gezielte Fahrt auf und segelten bei 10kn Wind und schönstem Wetter durch das Inselgewirr - herrlich ist es hier - klassischstes Schweden, so wie man es sich vorstellt. Bis hinein nach Göteborg segelten wir und erst am letzten Verbotsschild (von hieran nur noch mit Maschine) begannen wir die "Stadtrundfahrt" unter Motor. | |||||
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Da uns die steuerbord liegende Stadtmarina zu unruhig wegen des Schwells der Fähren war und wir die gegenüber dem Zentrum zwar sehr ruhig liegende, aber offen und für jedermann zugängliche sowie relativ unbewacht liegende Marina für einen sechswöchigen Aufenthalt der Yacht unpassend empfanden, verholten wir zurück " um die Ecke" und machten ( wie wir erst später merkten) im königlichen Yachtclub von Schweden fest ( "auch standesgemäß"!!).
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Nach drei Stunden harter "Klar-Schiff-Arbeit" und nachdem wir immerhin einen rd. achtstündigen Törn hinter uns hatten, standen Anmeldung, Duschorgie und Abendessen bevor.
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Denkste - den ersten Schock bekam ich, als ich Herrn Andrés traf und dieser mir bedeuten musste, dass das mit einem sechswöchigen Liegplatz nicht so einfach sei, da die Hauptsaison der Schweden bevorstünde und die jetzt noch belegbaren Plätze kurzfristig alle voll werden würden. In diesem Moment war mir so gar nicht nach Auslaufen zumute und ich sah uns schon im Geiste unter dem Zeitdruck des am nächsten Tag gebuchten Fliegers, derf uns zurück in die Heimat bringen sollte, Marinas abfahren - Sch ..!!!
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Aber mit Herrn Andrés hatte ich nicht nur einen kompetenten und sehr netten Gesprächspartner gefunden, sondern auch einen begeisterten Segler ( wie könnte es bei einem Schweden auch anders sein); als er von unserer langen Reise, dem bevorstehenden Heimflug und unseren weiteren nautischen Plänen hörte ( ich hatte wohl auch den richtigen Ton getroffen), "quälte" er seinen PC und das Handy so lange, bis er eine Lösung gefunden hatte.
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Mein Gott, war ich froh, dass wir nicht mehr raus mussten und nur auf einen anderen Platz, der einem Clubmitglied, das den ganzen Sommer unterwegs ist ( herrlich - "Neid - Neid - Neid" würden meine Söhne sagen), gehört. Mein "Multifunktionsmatrose" schaute zwar im ersten Moment etwas "bedröppelt", als er noch einmal ran musste - aber nach einer halben Stunde war auch das erledigt und Hanno konnte immerhin auf diese Weise seine "Leinenfertigkeit" erneut unter Beweis stellen : "Woast scho - beim ersten Mal wirf I immer daneben" - dieses geflügelte und für den Skipper bei engen Bedingungen äußerst alarmierende Sätzchen hatte beim ersten Festmachen im KKSS für den Brüller schlechthin gesorgt:
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| Damit
war der Abend, was den Gesprächsstoff angeht, gelaufen! Hoffentlich,
so mein Schluß nach viel Frotzelei, sind die "Beste aller Ehefrauen"
und er nie allein unterwegs!! Ich glaube, die könnten nur ankern - obwohl - bei der "Besten" ist auch manchmal der Skip schuld, weil er zu kurze Leinen ausgibt oder nicht nahe genug heran fährt. Muß man, wenn man fair bleiben will, zugeben ( .. aber nicht immer!)! |
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Nun war
es geschafft - nach ergiebiger Dusche (= "klar Matrose und Skip")
ging's zum Abendessen. Hanno gab einen aus (man höre und staune)
und danach zum letzten Anleger an Bord der Relaxis. Hier war zwischenzeitlich
die Heizung aus, da offensichtlich beim Abspritzen Wasser in den Auspuff
geraten und den Zünder der Eberspächer gefeuchtet hatte. |
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| Bis fast Mitternacht - der Multimatrose schlief schon fest - probierte ich es mit "an und aus" - dann zog ich eine weitere Decke in meiner Achterkammer und damit ne ausgiebigere Mütze Schlaf weiteren Versuchen vor. | |||||
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