Ostern 2004 - Relaxis ist als eine der ersten Yachten in Neustadt/Holstein (Yachthafen Ancora-Marina) wieder ins Wasser gegangen und nach den Arbeiten im Winterlager ( sie erhielt eine neue Genua (150%) mit tiefem Unterliek und triradial geschnitten, das Deck des Ruderhauses erhielt eine Teakauflage, die Bade-leiterstufen wurden geschliffen sowie neu eingelassen, die Segelbänke ebenfalls aufgearbeitet, mit Persennings versehen und neben einer Generalreinigung erhielt auch der "Body" wieder eine frische Politur) erstrahlte sie wieder in frischer Schönheit. Wie im letzten Jahr wurde wieder ein Aldi leer geräumt und die Weinabteilung der Metro geplündert. Aus Österreich kamen die Bier- und Cola/Fantadosen ( dort gibts wenigstens noch welche) und nun war es soweit! Mit uns waren Korbinian und seine "bessere Hälfte" Caro     ( jetzt hat der auch schon eine "Beste".....!) unterwegs; nach einer Woche - also am Ostersamstag -  sollte in Laboe "Crewwechsel" sein: Ko und Caro wollten in die Heimat und unsere beiden Söhne Flo und Chris sollten den Ersatz stellen ( wozu hat man sich schließlich so ins Zeug gelegt!)

Folgerichtig düsten wir am Samstag vor Ostern zu viert mit voll bepacktem Auto ( "Beste Nr.1" wollte mal wieder nicht glauben, daß da alles reingeht und lästerte mal wieder aus Kräften über den BMW) in aller Frühe los, denn Ko und Caro kamen erst am Freitag aus Innsbruck ("fleißige Studenten lernen halt bis zuletzt"!!), verbrachten dann einen gemütlichen Samstag im Ancora-Yachthafen und richteten uns so langsam ein. Mir blieb dadurch Zeit, alles, was an den vorangegangenen Arbeitswochenenden noch liegen geblieben war, zu erledigen und "Jungmatrosin Caro" hatte Zeit, sich einzugewöhnen. Letzteres tat Sie ausgiebig - wie seit Weihnachten gewohnt, immer mit dem Photo in der Hand ( furchtbar - dauernd diese Bilder aus bzw. in  allen Lagen! Wie kann man 'ner Frau nur 'nen Photo schenken!!!!) Aber die Bilder sind gar nicht schlecht - das muß man ihr auch wieder lassen:

Zunächst segelten wir bei Westsüdwest nach Travemünde - schließlich sollten die Jungen auch mal die großen Pötte aus der Nähe sehen und zudem gibt's dort saugute Currywürste!! Da wir mal wieder faul waren, holten wir für die kurze Strecke nur die neue Genua raus - superspitze!! Sie zog uns mit rd. 5kn ( und teil-weise mehr) bei durchschnittlich 16kn Wind unserem Ziel entgegen und so konnten wir auf einem Bug bis fast an unseren nächsten Rastplatz segeln. Der Wendwinkel der Yacht hat sich mehr als deutlich verkleinert und nun ist auch vernünftige Höhe möglich - immerhin segeln wir noch rd. 4kn bei 40 Grad Windeinfall - ein sehr guter Wert für das schwere Traditionsschiff!

Unsere Jungmatrosin macht sich ganz gut - jedenfalls ist sie immer mit draußen und Ko hat ihr wohl schnell und zielgerichtet erklärt, worauf es ankommt! Die beiden harmonieren gut bei den Anlegemanövern und so sind wir bald nach einem kalten kurzen Törn durchgeblasen in Travemünde - im Gegensatz zur "Besten"! Die ist zwar auch dort angekommen ( schließlich war sie ja mit auf dem Schiff), zog es jedoch vor, im warmen Ruderhaus zu bleiben!! Typisch - man "läßt mal wieder segeln"! Dies sollte übrigens während des gesamten Törns mit wenigen Ausnahmen so bleiben - wir oben und draußen in "Wind und Wetter" - die "Gnädige" warm und trocken unten, nur ab und zu den Kopf rausstreckend und uns irgend etwas zurufend ( was wir natürlich ohnehin immer schon wußten!).

In der Nacht von Sonntag auf Montag hat's uns dann erwischt - Heizung ausgefallen!! Saukalt!! Am Montag dann die große Telefonrunde und angesichts des naßkalten Wetters auch die innere Bereitschaft des Skippers, zur Not die ganze Heizung auszutauschen, um den Törn zu retten. Gegen Mittag beschließen wir, nach Neustadt zurückzumotoren - dort kam dann auch gleich ein Monteur und nach 'ner halben Stunde waren wir wieder fit:  Dieselpumpe zu!! Ausgebaut, zerlegt, gereinigt und mit neuem Filter versehen wird's auch schnell wieder warm und so beschließen wir, noch am Nachmittag mit Kurs Fehmarn auszulaufen. Um 1530Uhr heißt es Leinen los und bei einschlafendem Wind motoren wir mal wieder. Unterwegs "Ententeich" und um 2030Uhr stirbt plötzlich der Diesel ab!! Auch das noch!! Auch Dreck??????????

Nö - Ko hat nur mit dem Ellenbogen aus versehen den "Ausknopf" betätigt - aber ein bisschen Adrenalin hat's doch gekostet! Zwei Meilen vor Burgtiefe gießt es dann aus Kübeln und in einer astreinen Nachtansteuerung laufen wir in die Marina ein.

Boot klar - Anleger - Duschen - Essen und tschüss! 

Nach einem ausgedehnten Päuschen liefen wir am Mittwoch in Richtung Laboe aus - Wind war wieder nahezu keiner, Altdünung lief aus Nordwest und so war der rd. 45sm Törn ein rechtes Gewackel! Wenigstens hielt das Wetter und wir bleiben unterwegs von großen Schauern verschont. Fast wie im Vorjahr liegen wir am gleichen Steg und nur zwei Plätze weiter - hier schließt sich also nun faktische der Kreis unsere "Ostseeumrundung"!! Ziemlich genau vor einem Jahr warteten wir hier auf den Elektriker, der an unserem neuen Radarplotter einige Kabel nicht oder falsch angeschlossen hatten und liefen dann am Osterdienstag aus Richtung Aarhus(DK) - nun kamen wir aus Richtung Ost und genossen die zwei noch vor uns liegenden Hafentage, die uns wieder ins Marineehrenmal führen und zudem guten Fisch bescheren sollten.

Am Ostersamstag ist Crewwechsel - Chris und Flo fahren mitten in der Nacht mit Chris Golf aus Mainz los, um im Morgengrauen ADAC-Hilfe zu beanspruchen: eine Schraube war locker - nicht bei den beiden, sondern am Einspritzsystem des Motors hatte sich ein solches Miniteil verabschiedet und die beiden lahm gelegt. Aber Ende gut - alles gut; um 11 Uhr waren sie da und Ko machte sich mit Caro vom Acker ( nicht ohne etwas gemischte Gefühle wegen der immer noch provisorisch eingesetzten Schraube - aber es sollte auch da alles gut gehen)! Besonders beeindruckt waren beide vom Marineehrenmal und das U-Boot mit seinem "Komfort" sorgte noch für lange Vergleichsgespräche zu Relaxis. Wie geht's uns doch gut!!

Natürlich ließen auch Chris und Flo sich einen solchen Besuch nicht nehmen und so liefen wir erst am Montag Richtung Heiligenhafen aus, um dort u.a. einen Schulkameraden von Flo zu treffen, der hier in den Ferien ein Bootsbauer-praktikum  (Schnupperkurs für eventuellen späteren Beruf) absolvierte. Die beiden stromerten die ganze Nacht herum, denn nach einer guten Woche Praktikum kennt man bekanntlich zumindest alle einschlägigen Kneipen und Treffpunkte. Danach ging's, wieder über Fehmarn/Burgtiefe, weiter nach Grömitz und mit einem Traumtörn bei rd. 12 kn Südost, schönstem Sonnenschein, ruhiger See und voller Besegelung liefen wir - zuletzt bei drehendem Wind unter frei gefahrenem Blister - unter Segel bis direkt vor die Hafeneinfahrt. Natürlich niemand da - Duschen zu - aber Kneipen offen!!
Nach einem ausgedehnten Grömitzer Kneipenabend ( incl.Skipperin!!) füuhren wir am Freitag zurück nach Neustadt. Gemütlich, wie der gesamte Törn, der uns diesmal nur rund 200sm weit führte, liefen wir in unserem "Heimathafen auf Zeit" ein und nachdem Relaxis sicher vertäut war, klar Schiff ( und Crew) erledigt waren, gönnten wir uns im Ort  mit einem guten und reichlichen Abendessen einen schönen Ausklang - tat auch mal richtig gut, einfach so "dahinmockeln"!!