S/Y Caipirinha - Hochseesegeln live !
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Sailing Caipirinha - Video

ER:

Eigentlich wird die Relaxis langsam zu klein, wenn immer mehr Söhne wiederkommen und auch ihre Freundinnen mitbringen ( was wir im übrigen sehr genießen!).....
Sie: Hm......
Er: Und wir müssen auch mal n' paar Leute einladen.....
Sie: Hm...
Er: Du weißt, dass der Thomas seine Caipirinha verkaufen will, denn der hat ja jetzt die Cuba Libre (das ist der Volvo 60 Racer "ex Heineken" aus der Kampagne 1985)!!
Sie: Aha!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Tja - und so kam es, dass ich vom Cockpit der Relaxis aus am Freitag vor der Karwoche 2005 zum Telefon griff, den Thomas in Graz anrief und die Caipirinha, eine 52-Fuß sloopgetakelte Segelyacht, wie die Relaxis rd. 10 Jahre alt, " bestellte" - einzige Einschränkung: "ich muss erst mein Schiff verkaufen!" Thomas akzeptierte und der Deal war besiegelt! Natürlich kannte ich die Yacht, hatte sie schon mehrfach gesegelt und ich kannte Thomas - seit vielen Jahren! Und die "Beste..." verhielt sich, wie der Name schon sagt!!

Zwischenzeitlich waren auch Korbinian und Caro eingetroffen - auf die Nachricht kam die prompte Reaktion:"vera.....können wir uns selbst und der 1.April ist auch schon vorbei!!" und erst nach einigen Anlegern (ohne Anlegemanöver) und weiterhin sturem Beteuern wruden die beiden gläubig! In den nächsten Tagen fuhren wir dann unseren geplanten Törn mit unserer braven Relaxis ( das könnt ihr unter www.syrelaxis.de nachlesen und anschauen) in Richtung Cannes,Nizza, Villefranche und zurück, hatten viel Wind und teilweise extremen Seegang aufgrund der Ostwindlage und so wurde dieser Ostertörn gleichzeitig zum Abschiedstörn, denn bereits vier Wochen später sollte Relaxis verkauft und Caipirinha unser eigen sein! Wer hätte das vorher gedacht!
Da war nur ein Problem: die Caipirinha lag in Kroatien (Marina Frappa bei Rogosniza) - so fuhren wir nachdem beide Verträge geschlossen waren, erst nach Cogolin ( wo wir gleich einen entsprechend größeren Liegeplatz angemietet hatten), luden den Inhalt des Schiffsbauches von Relaxis in 12 (!!) Umzugskartons, lagerten diesen ein, übergaben das Schiff und fuhren dann nach 2 Tagen zurück nach Deutschland. 24 Stunden später landeten wir in Split, nachdem wir zuvor via Spedition vier Kartons mit den wichtigsten Dingen zu Thomas nach graz geschickt hatten, der uns wiederum vom Flugplatz abholte und zusammen mit seiner Frau Silvia und dem kleinen Felix Caipirinha übergab!

Doch das sollte nicht das Ende der logistischen Fragen sein! Wir richteten uns ein, räumten und bastelten ein wenig und so langsam wurde "Caipi"unser Dampfer - natürlich war auch ein kleiner Törn nach Trogir, einer der schönsten alten Städte in Dalmatien, drin und die "Beste..." steuerte begeistert, während ich Segel und Klavier bediente. Wie im Fluge gingen diese rund 10 Tage vorbei und schon waren wir wieder im Alltagsstress zurück in "good old Germany". Thomas fuhr dann die Yacht nach Biograd, wo sie ein neues Teakdeck und eine Webasto- Warmwasser-Heizung (sowie diverse zusätzliche Elektronik) erhielt - beides sollte später in Frankreich nochmal nachgearbeitet werden müssen - und in einem ausgeklügelten Zeit- und Törnplan begannen wir, Routen und Crews zusammenzustellen.

Wie aus einer Vorahnung heraus bat ich Thomas rd. eine Woche vor Fertigstellungstermin doch mal nach dem Rechten zu sehen - was dazu führte, dass dieser wiederum, aus Erfahrung abschätzend, dass das wohl nix wird, mit seinem Auto zunächst von Graz nach Biograd, dann gleich weiter "um die ganze Ecke" nach Neapel (denn dort sollte der eigentliche Crewwechsel nach Etappe 1 sein) fuhr, den Wagen dort einstellte und dann nach Deutschland zurückflog!

Und das war weise!!! Denn obwohl die komplette Crew pünktlich vor Ort war, wir vorher nochmal auf der Werft Druck gemacht hatten, war natürlich nichts fertig - dann fanden wir in der Maschine auch noch einen technischen Fehler und so blieb nach 5 Tagen Verpätung aufgrund der individuellen Zeitpläne nichts anderes übrig, als dass Crew 2 planmäßig nach Neapel flog, das Auto übernahm, nach Brindisi fuhr, über Nacht mit der Fähre nach Dubrovnik übersetzte, dann via Landstrasse nach Biograd flitzte, um dort um 0300pm auszulaufen und Crew 1, der ich für ihre Geduld und vor Ort-Arbeit herzlich danke - fuhr mit dem Auto heim!

Nach nurmehr 4 Tagen waren die Jungs ( und Mädchen - natürlich Caro!) bereits auf den Liparischen Inseln und konnten sich entpannen - denn Crew 3 konnte erst am darauffolgenden Dienstag in Neapel sein! So fand der Wechsel von "Hanno & friends", Sebastian, Korbinan, Caro und Dominik zu Sebastian, Peter und Nikolai gut getimt statt und die drei "Profis" machten sich auf die letzte Etappe - nach nur 2 1/2 Tagen trafen sie wohlbehalten an einem Freitag morgen in Cogolin ein, wo ich, zwischenzeitlich mit dem Auto und Julia ( Sebastians "girlfriend") ebenfalls eintreffend, mit der Umräum- und Aussortieraktion der "12 Umzugskartons" begann.

Naja - so ganz wurde ich natürlich nicht alleine fertig ( bei über 30° Außentemperatur und Windstille bei der Menge keine Wunder) und nur durch die tatkräftige Mithilfe der drei anderen - Sebastian blieb dann zusammen mit Julia noch unten und erledigte den Rest - klappte das so einigermaßen! Peter und ich flogen dann ebenso wie Nikolai am Sonntag zurück und wer sich nun fragt, wieso ich bei der ganzen Aktion nicht mit an Bord war, sei einfach (mal wieder) auf die beruflichen Zwänge hingewiesen, die es halt immer wieder vereiteln, der "schönsten Haupt-Nebensache der Welt" so nachgehen zu können, wie man das gerne möchte! Denn ich hatte gerade eine neue Sanierung übernommen und da war natürlich kein Wegkommen! Aber wir hatten es ja geschafft - die oben genannte logistische Meisterleistung war natürlich nur möglich, weil alle anderen mitspielten; unschwer kann man sich vorstellen, dass der hier geschilderte Ausschnitt der ganzen"Arie" natürlich noch einige Zwischenepisoden hatte - aber dann wären wir mit dem Erzählen " in einem Meter" noch nicht fertig - und ihr wollt dich sicher weiter blättern!!

Und wir sind glücklich, dass wir die Caipirinha haben - viel Platz, sehr gute Segeleigenschaften, gute Verarbeitung und gefällige Optik! Wie man sehen kann! Ntürlich haben wir auch noch ein bischen nachgebessert und - wie könnte es anders sein - alle nötigen Refitarbeiten gleich im ersten Winterhalbjahr durchgezogen! Und nun gehts in die neue Saison - 2006!

PS: bin schon ganz stolz, dass ich bei dieser Website nicht mehr ausschießlich auf meine Söhne bzw. unseren Oberwebmaster Korbinian angewiesen bin - nur " hin und wieder"...!!